Sonntag, 1. Januar 2017

Cash Flow und der Grad der finanziellen Unabhängigkeit

Ich hatte vor ein paar Tagen einen Beitrag zum Thema Cash Flow geschrieben. Hierin habe ich am Ende vom Cash Flow auf den Grad der finanziellen Unabhängigkeit geschlossen. Die Überlegung, die dahinter steckte war eigentlich ganz simpel:

Ich hatte 2.500€ Nettokapitalbedarf pro Monat zu Grunde gelegt und dann einfach ausgerechnet, zu wie viel Prozent ich diesen Betrag mit dem anfallenden Cash Flow bestreiten könnte (was ich im Moment natürlich nicht mache).
Ich wurde umgehend von einem Leser darauf hingewiesen (Danke nochmal dafür), dass das ja nur die halbe "Miete" ist. Immerhin gibt es ja auch noch so etwas wie die "Safe withdrawl rate (SWR)", also den Anteil, den man gefahrlos aus dem Aktiendepot jährlich entnehmen kann, ohne dass man pleite geht.
Das hat mir erstmal keine Ruhe gelassen!


Gemeinhin wird unterstellt, dass 4% SWR sicher ist.
Hiervon muss man natürlich erstmal die Ausschüttungen abziehen. Erstaunlicherweise beläuft sich bei mir dieser Betrag in den letzten Jahren auf relativ stabile 2%. Das hätte ich so erstmal nicht vermutet!
Bleiben also 2% Entnahmen, die nicht über Ausschüttungen abgedeckt sind. Die 2% beziehen sich allerdings nur auf den Aktien-ETF-Anteil in meinem Portfolio (der 70% beträgt). Bleiben also 70% von 2%, oder popularwissenschaftlich ausgedrückt: 1,4% :)
Das ganze muss natürlich noch versteuert werden, hier nehme ich 25% an, bleiben also 1,1%.


In Summe komme ich dann auf einen Grad der finanziellen Unabhängigkeit von 39,7%.
Im Vergleich dazu waren es in meiner Rechnung vom 27.12. nur 30,2%.


Und so sieht die ganze Geschichte jetzt im Detail und im Zeitverlauf aus:




Hieraus werde ich in den nächsten Tagen eine Kennzahl basteln, die ich weiter verfolgen werde.



Kommentare:

  1. Hallo Gemeinde,
    ich habe mal eine Frage an die ETF-Fans.
    In meinem Depot habe ich folgenden ETF:
    WKN A1JX52
    Jener schwankt bei meiner Depotbank ING DiBa um 10% am Tag.
    Dieser ETF ist aber doch FTSE All-World Index abbildend und der US Anteil macht eine Gewichtung von 52%, mit den üblichen Verdächtigen aus.
    Meine Hausbank kann mir zu diesen Schwankungen nichts sagen da sie den ETF nicht "aktiv" anbieten.
    Suche ich nach diesem ETF auf anderen Plattformen, ist "normales" Kursverhalten zu beobachten (+/- 0,...% - 1% Schwankung am Tag).
    Könnte jemand eine Erklärung dazu haben? Könnte es damit zusammen hängen, dass dieser ETF nur (zumindest lt. meiner Hausbank) an Börsenplatz München und Berlin gehandelt wird?
    Viele Grüße und Euch allen ein erfolgreiches und glückliches neues Jahr!

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    1. Yep, wegen dem hohen Spread in Muenchen oder Berlin.
      Ich habe ueber comdirect Telefonhandel in Amsterdam gekauft.
      Diesen Kurs (Euronext, Amsterdam) wuerde ich auch tracken falls du dir Depotstaende aufschreibst (LondonerKurs musst du erst in EUR umrechnen).
      Hier eine etw. alte Uebersicht zu den Vanguards:
      http://www.finanzwesir.com/blog/msci-acwi-imi-fm#1426655364 Vanguards

      http://www.finanzwesir.com/blog/perfekter-etf-ter-tracking-error#1440685802

      LG
      Joerg

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  2. Moin!
    da liegt der Verdacht nahe, dass Du bei Deiner Hausbank die Kursstellung an einem "exotischen" Handelsplatz angezeigt bekommst, möglicherweise der Handelsplatz, an dem Du gekauft hast. Wenn Du zB bei comdirect den Kurs suchst, dann bekommst Du auch erstmal "München" als Börse mit entsprechend großen Kursschwankungen angezeigt. Das Problem ist, dass dieser ETF in D kaum gehandelt wird und Du daher auf London ausweichen musst. Hier sind die Kursschwankungen viel moderater und nachvollziehbar. Wie bist Du denn auf diesen exotischen ETF gekommen?
    Grüße und Dir ebenfalls ein Frohes Neues!

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  3. Hallo Romsdalen,
    ich wollte einfach noch einen ETF welcher die ganze Welt abdeckt.
    Bei der Diba wurden mir immer nur alternativ:
    Allianz Global Insights - A - EUR WKN: 926091
    vorgeschlagen. Bei dem hat man aber gleich mal Ausgabeaufschlag 2,05% + 2,05% Verwaltungsgebühr jährlich.
    Andere Fonds wie AMUNDI ETF MSCI World ex Europe EUR WKN: A0X8ZZ
    bilden nur synthetisch nach und dabei habe ich kein gutes Gefühl.
    Würdest du die Finger von solch einem "Exot" lassen?
    Wenn ja, weshalb?
    Allerbeste Grüße in den hohen Norden!

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  4. Naja, bei den Exoten kannst Du immer ein paar Probleme haben: kleines Handelsvolumen in D bedeutet u.g. schlechtere Kurse (bei An- und Verkauf), kleines Handelsvolumen generell hat zusätzlich das Risiko, dass er ETF eingestellt wird.
    Generell rate ich Dir zu den großen Anbietern (ishares, lyxor etc), die haben interessante Angebote für alles mögliche.
    Grüße nach Bremen

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